Arbeitsrecht – Mobbing und Bossing h

Arbeitsrecht – Mobbing und Bossing

Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz zwischen Arbeitskollegen sowie zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern kommen täglich vor. Wann ist jedoch von Mobbing bzw Bossing zu sprechen?

Definition

Der Begriff „Mobbing“ ist gesetzlich nicht definiert. Die Rechtsprechung versteht darunter eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren Personen systematisch, oft und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet, zB durch systematische Verweigerung jeder Anerkennung, Isolation, Zurückhaltung von Informationen oder Rufschädigung.

Von „Bossing“ ist zu sprechen, wenn Mobbing durch Vorgesetzte erfolgt. Werden Vorgesetzte „gemobbt“ spricht man von „Staffing“.

Haftung des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber hat notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um Mobbing zu verhindern und bei aufgetretenen Mobbingsituationen Maßnahmen zu setzen, die geeignet sind, unverzüglich und auf angemessene Weise Abhilfe zu schaffen.

Leistet der Arbeitgeber keine, unzureichende oder verspätete Abhilfe, verletzt er damit schuldhaft seine Fürsorgepflicht. Entsteht dem Arbeitnehmer hierdurch ein Schaden (zB psychischer oder physischer Gesundheitsschaden wie Verdienstentgang), kann der Arbeitgeber zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet werden.

Ob Mobbing oder Bossing vorliegt, hängt jeweils von den Umständen des Einzelfalls ab.

 

Dr. Halil ARSLAN. Ihr Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Bregenz.

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